LEADER Heckengäu wird Wirklichkeit

Das Heckengäu erhält den Zuschlag für das Förderprogramm LEADER zur Stärkung des Ländlichen Raums. Roland Bernhard (Landrat Landkreis Böblingen): „Herausragendes bürgerschaftliches Engagement hat mit den Ausschlag gegeben!“

Der Traum ist Realität geworden – wie das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg bekannt gab, ist das Heckengäu eine von insgesamt 18 Regionen in Baden-Württemberg, die am heutigen Mittwoch, 07.01.2015, eine Urkunde als neue LEADER-Region überreicht bekommen haben.

Rund 4 Mio Euro stehen damit jetzt für den Förderzeitraum bis 2020 für die Weiterentwicklung des ländlichen Raums im Heckengäu zur Verfügung. „Ich bin sehr stolz darauf, dass sich das Heckengäu mit seinem Regionalen Entwicklungskonzept durchsetzen konnte“, so ein glücklicher Böblinger Landrat Roland Bernhard. Gemeinsam mit Vertretern der LEADER Aktionsgruppe sowie dem Landratskollegen aus Calw und einem Vertreter des Enzkreises durfte er die Urkunde aus den Händen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann entgegen nehmen. „die Konkurrenz war mit 25 eingereichten Konzepten sehr groß“, so Bernhard weiter. „Das Heckengäu hat sich bestimmt auch deshalb durchsetzen können, weil wir im gesamten Bewerbungsprozess über das Jahr 2014 hinweg eine herausragende bürgerschaftliche Beteiligung hatten und diese mit vielfachen Aktionen und wertvollen Impulsen unterlegt haben.“

21 Kommunen in der Heckengäu-Region hatten sich darum beworben, den Zuschlag als LEADER-Region für 2014 – 2020 zu erhalten. LEADER (franz.) „ Liaison entre actions de développement de l'économie rurale“ steht für „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. In einer solchen Förderkulisse können Projekte aus der Bürgerschaft und den Kommunen mit einer Anschubfinanzierung unterstützt und so die Entwicklung des ländlichen Raums gestärkt werden.

„Mit PLENUM Heckengäu ist eine geschlossene räumliche Einheit über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinweg entstanden, die schon in den vergangenen 12 Jahren eine hervorragende Entwicklung für das Heckengäu gebracht hat“, so der Böblinger Landrat. „Wir konnten in der LEADER-Bewerbung unterstreichen, dass unser Interesse, die Heckengäu-Region weiter zu stärken und diese Entwicklung fortzuführen, sehr groß ist.“ Auch der GRUENE- Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Leonberg, Dr. Bernd Murschel, hatte sich im Zuge des Bewerbungsprozesses in hohem Maß für das Heckengäu stark gemacht.

Die LEADER Heckengäu-Gemeinden sind im Einzelnen: Aus dem Landkreis Böblingen fünf (Weissach, Deckenpfronn, Jettingen, Mötzingen und Bondorf), aus dem Landkreis Calw neun, (Bad Liebenzell, Simmozheim, Althengstett, Ostelsheim, Gechingen, Wildberg, Nagold, Egenhausen und Haiterbach), sechs aus dem Enzkreis, (Wiernsheim, Mönsheim, Wimsheim, Friolzheim, Tiefenbronn und Neuhausen) sowie mit Eberdingen eine Gemeinde aus dem Landkreis Ludwigsburg.

Im Zuge der Bewerbung gab es drei Themenbereiche, innerhalb denen bereits Projektideen, und auch schon konkret Startprojekte erarbeitet wurden. Diese sind: „Leben und Arbeiten auf dem Land im Einklang von Familie und Beruf“, „Kultur und Natur – naturnaher, ländlicher Naherholungs- und Erlebnistourismus“ und „Landschaftspflege und Naturschutz“. Die Weiterentwicklung der Freizeitanlage Jettingen zu einer Mehrgenerationenanlage oder der Bau eines Gemeinschaftshauses in Wildberg, ein Streuobstführerschein, Streuobstbörsen oder auch ein „Kunschtbesen“ sind hier nur ein paar von vielen angedachten Projekten.

Noch ist aber keins der Startprojekte umsetzungsreif, die nächsten Schritte sind erst einmal andere. „Zunächst steht jetzt die Einrichtung des Regionalmanagements und die Gründung einer Lokalen LEADER-Aktionsgruppe an“, so Siegfried Zenger, Leiter der Stabstelle Regionalentwicklung und Tourismus im Landratsamt Böblingen, wo nach dem Willen aller Beteiligten auch die Geschäftsstelle für LEADER Heckengäu angesiedelt sein wird. „Wir werden jetzt die Stellenausschreibung dafür starten und die Vereinsgründung angehen.“ Für das Regionalmanagement werden insgesamt 1,5 Stellen ausgeschrieben werden; die Aktionsgruppe wird in Form eines eingetragenen Vereins organisiert. Vorschläge für die Mitglieder dieser Lokalen Aktionsgruppe (LAG) wurden im Regionalen Entwicklungskonzept bereits aufgeführt. „Wir haben besonderen Wert darauf gelegt, dass die LAG von den Kompetenzen breit gefächert ist und auf die Mitgliedschaft von Frauen sowie von Vertretern von Senioren und Jugendlichen gleichermaßen geachtet“, so Zenger.

Die LAG wird letztlich jeweils darüber entscheiden, welche Projekte zur Umsetzung kommen und welche nicht – ganz so, wie es der PLENUM Beirat bei PLENUM Heckengäu tut. Sobald die Organisationsstrukturen geschaffen sind, kann mit der Umsetzung des Regionalen Entwicklungskonzeptes begonnen werden. „Für den Moment sind wir überglücklich, den Zuschlag erhalten zu haben“, unterstreicht Landrat Bernhard, auch im Namen seiner drei Amtskollegen. „Das Heckengäu mit seiner ländlich geprägten und ganz besonderen Kulturlandschaft und mit seinen engagierten Menschen hat es verdient, LEADER-Region zu werden.“ Wer sich für den im vergangenen Jahr gelaufenen Bewerbungsprozess interessiert, sich informieren und vielleicht auch aktiv mitwirken möchte, kann auf www.leader-heckengäu.de einen Film zum Heckengäu und allerhand Wissenswertes abrufen.

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